Dorf für die Dorfpride 2022 gesucht!

Ihr lieben,

wir tun es wieder, wie wollen wieder eine Dorfpride organsieren und suchen daher das Super Dorf für die Dorfpride am 16.07.2022!

Nimmt an der Umfrage teil, teilt die Umfrage und streut sie in alle Himmelsrichtungen.

Eurer Dorfpride Orga Team


Über 700 Besucher*innen gingen bei der Dorfpride 2021 für die Rechte und die Sichtbarkeit von queeren Menschen in der 12.000 Seelen-Gemeinde auf die Straße

Am 31.07.2021 fand die zweite Dorfpride im Südwesten statt. Ab 14 Uhr versammelte sich mehrere hunderte Menschen im Gemeindepark Oftersheim, dem Startpunkt der Demonstration. Hier hielten Oftersheims Bürgermeister Jens Geiß, der katholische Pfarrer Uwe Lüttinger gemeinsam mit dem evangelischen Pfarrer Tobias Habicht sowie das Orga-Team die Eröffnungsreden.

Gegen 15 Uhr startete der Demonstrationszug, angeführt von zwei Motorrädern und dem LKW – inklusive DJane Thunderpussy, einem Traktor, einem Planwagen, auf dem weniger mobile Besucher*innen mitfahren konnten, einem Cabrio der Aidshilfe Heidelberg und einem bunt geschmückten Van. Die über 700 Teilnehmer*innen verteilten sich in einzelnen Fußgruppen über den gesamten Zug und konnten so gut die Abstands- und Hygieneregeln einhalten, es herrschte auch eine Maskenpflicht während der Demonstration. Je weiter es durch den Ort ging, desto mehr Neugierige empfingen den bunten Zug am Straßenrand und aus ihren Häusern heraus, tanzten mit und schwangen Regenbogenfähnchen.

Bei der Zwischenkundgebung hielten Politiker*innen aus der Region Reden. Es sprachen Neza Yildirim, Bundestagskandidatin für die SPD Bruchsal-Schwetzingen, Dr. Andre Baumann, Landtagsabgeordneter des Wahlkreises Schwetzingen für Bündnis 90/Die Grünen und Jens Brandenburg, Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Rhein-Neckar und LSBTI-Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Das Orga-Team meldet sich ebenfalls mit seinen politischen Forderungen zu Wort (siehe Seite 2).

Gegen 17 Uhr setzte sich der Zug wieder in Bewegung zurück Richtung Startpunkt. Zum Abschluss versammelten sich alle erneut im Gemeindepark, wo die lokale Band „The Chaotics“ spielte und die Demo-Teilnehmenden sich unter Wahrung der Abstandsregeln im Park verteilten. Dank Essen- und Getränkeverkauf des lokalen Elternbeirats konnten sich die Demobesucher*innen an dem sommerlichen Tag gut vom Laufen bei der Demo erholen. Zum Abschluss sprachen dann noch Susanne Vierling, die Gleichstellungsbeauftragte des Rhein-Neckar-Kreises und Sören Landmann, LSBTI-Beauftragung Stadt Mannheim.

Das Dorfpride-Team – namentlich Anahita Azizi, Andrea Chagas, Cilly Dickmann, Johannah Illgner, Katrin Hofner, Patrick Alberti, Sarah Kinzebach, Simona Maier und Susanne Hun – dankt recht herzlich für die Unterstützung durch die Gemeinde Oftersheim, den Rhein-Neckar-Kreis, „Ich weiß, was ich tu“/Aidshilfe, Heidelqueer, der FDP bzw. Jens Brandenburg, der SPD Queer Rhein-Neckar/Heidelberg, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN OV Schwetzingen/KV Kurpfalz-Hardt und OV Oftersheim, dem SPD KV Rhein-Neckar/OV Oftersheim und OV Eppelheim sowie diversen Privatspenden.

Forderungen der Dorfpride 2021

Auch dieses Jahr ging es um die Botschaft, dass queere Menschen überall leben, aber besonders in ländlichen Regionen bilden Menschen, die out und sichtbar sind, häufig eine Minderheit. Das bedeutet auch, dass bestimmte Strukturen dort noch nicht angekommen sind.

Um ein Ende der Diskriminierungen und die gleichen Rechte für alle queeren Menschen – in unseren Gesetzen und vor allem auch überall vor Ort, in jedem Dorf – umzusetzen, fordern wir im Rhein-Neckar-Kreis:

  1. Gezieltes Vorgehen gegen Gewalt an queeren Menschen und Präventionsarbeit im gesamten Rhein-Neckar-Kreis (Einrichtung Runder Tisch, Präventionsprogramme, Unterstützung Betroffener etc.).
  2. Die Einrichtung von kostenlosen Beratungsstellen für queere Menschen – und zwar überall, nicht nur in den großen Städten.
  3. Das Etablieren von safer spaces, also Treffpunkte und Orte für queere Menschen – und zwar in jedem Dorf.
  4. Die Einrichtung von queerer Jugendarbeit, um queeren jungen Menschen Sicherheit, Zuversicht und Empowerment zu bieten.
  5. Weiterbildung und Sensibilisierung in Bezug auf queere Themen für Lehrkräfte, Beschäftige in der Verwaltung und andere relevante Stellen, um die Ungleichbehandlung von Queers überhaupt erst verstehen zu können und dann dementsprechend handeln zu können.
v.l.n.r.: Anahita Azizi, Patrick Alberti, Simona Maier, Johannah Illgner, Sarah Kinzebach, Susanne Hun, Andrea Chagas (sitzen) und Cilly Dickmann (sitzend).

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Die 2te Dorf Pride-Demonstration im Südwesten

Oftersheim, 27.07.2021. Am Montag wurde in Oftersheim auch schon vor der großen Pride-Demonstration am Wochenende Geschichte geschrieben.

Das Organisationsteam wurde eingeladen, um gemeinsam mit Bürgermeister Jens Geiß die Regenbogenfahne vor dem Oftersheimer Rathaus zu hissen.

Sarah Kinzebach aus dem Organisationsteam hierzu: „Es war ein sehr bewegender Moment für uns, da es nicht selbstverständlich ist, dass queere Menschen willkommen geheißen werden.“

Es wird nicht nur das Rathaus mit Regenbogen-Fahnen beflaggt, sondern auch die evangelische und katholische Kirche Oftersheim. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit offenen Armen empfängt und wir freuen uns schon auf die Demo am Samstag“, ergänzt Kinzebach.

Alle Interessierten sind eingeladen – unter Wahrung der Hygienemaßnahmen – gemeinsam auf die Straße zu gehen:

Dorfpride 2021 in Oftersheim
31. Juli 2021
15-18 Uhr
Startpunkt: Kurpfalzhalle mit Get Together um 14 Uhr

Besuchen Sie auch gerne unsere Facebook– oder Instagram-Seite für aktuelle Informationen.

Kontaktieren Sie uns bei Rückfragen gerne unter 06221/3299869 oder info@dorfpride.de.

Hygiene-Maßnahmen

Alle Besucher*innen sind aufgerufen, sich an die vorgesehenen Hygienemaßnahmen zu halten. Diese umfassen das Tragen eines medizinischen Mund- und Nasenschutz und die Einhaltung der Abstandsregelungen von 1,5 Meter zueinander.

Außerdem bitten wir alle Teilnehmenden Ihre Kontaktdaten über die Luca oder Corona App anzugeben, falls eine Kontaktaufnahme im Nachgang nötig sein sollte.

Hintergrund Dorfpride

In Mannheim, Stuttgart, Frankfurt und vielen weiteren großen Städten in Deutschland sind CSD-Demonstrationen als fester queerpolitischer Akt und gemeinschaftliche Aktion etabliert. Doch queere Menschen leben nicht nur in Großstädten, sondern überall und manche können und wollen sich nicht in der nächstgrößeren Stadt niederlassen. Andere entscheiden sich dafür, in ihrem Heimat- oder Wunschheimatort zu bleiben. Dort ist ihr Lebensmittelpunkt, ihre Arbeit, ihre Familie.

Diese Überlegungen waren die Grundsteine der Idee zur ersten Dorfpride, die im August 2020 in Mühlhausen stattfand. Die erste Dorfpride war ein großer Erfolg mit 500 Demonstrant*innen und zeigte, wie wichtig Sichtbarkeit für queere Menschen auch auf dem Land ist. Die zweite Dorfpride steht nun an und wird im wunderschönen und bunten Oftersheim am Samstag, den 31. Juli 2021 stattfinden.

Die Idee der Dorf Pride ist es, den Pride-Spirit jedes Jahr in ein anderes Dorf zu tragen. Das soll für die dort lebenden oder arbeitenden LGBTTIQ+-Menschen, für die Bevölkerung und die Vereine im jeweiligen Ort ein gemeinschaftliches, solidarisches und zusammenschweißendes Event werden, denn alle Menschen sollen sich in ihrer Heimat wohl fühlen.

Deswegen rufen die Organisator*innen zur Teilnahme auf: „Lasst uns gemeinsam auf die Straße gehen! Loud, out and proud, solidarisch und unterstützend, alle gemeinsam für die Rechte von lesbischen, schwulen, bi, trans, inter oder queeren Menschen!“

Den Filmbeitrag vom SWR von der Dorfpride 2020 in Mühlhause finden Sie hier.