
Pressemitteilung: „Love is love“ in Zeutern
Die Dorfpride ist erstmals im Landkreis Karlsruhe. Ende Mai kommt sie nach Zeutern und demonstriert dort für die Rechte queerer Menschen
Fünfmal fand die Dorfpride in unterschiedlichen Orten im Rhein-Neckar-Kreis statt. Nun zieht sie weiter in den Landkreis Karlsruhe. Die mittlerweile sechste Dorfpride findet am 31. Mai 2025 in Zeutern statt. „Mit der Dorfpride demonstrieren wir für die Sichtbarkeit und Rechte von lsbtqia*-Personen“ erklärt Sarah Kinzebach vom Orga-Team. Lsbtqia* steht dabei für lesbisch, schwul, bi+, trans*, queer, intergeschlechtlich, asexuell und agender. Längst ist die Dorfpride eine feste Größe neben den Chrisopher-Street-Days in den größeren Städten.
Los geht es am 31. Mai 2025 mit einem Meet & Greet um 12 Uhr auf dem Oberdorfplatz. Ab 14.30 Uhr wird die Kundgebung mit Redebeiträgen eröffnet und um 15.30 Uhr zieht die Community durch den Ort, um danach wieder auf dem Oberdorfplatz zur Abschlusskundgebung bis zum Ende um 18 Uhr zusammenzukommen.
„Die Auswahl des Ortes erfolgte diesmal aus den Rückmeldungen der queeren Community und dem Wunsch, eine Dorfpride im Landkreis Karlsruhe zu veranstalten. Mit dem altbewährten Konzept und Ideen“, so Sarah Kinzebach vom Orga-Team der Dorfpride. „Am Ende hatten wir mehrere Gemeinden zur Auswahl und haben uns nach mehreren Gesprächen für Zeutern entschieden“. „Wir sind sicher, dass auch dieses Jahr viele Menschen unserer Einladung folgen und mit uns auf die Straße gehen, um gehört und gesehen zu werden. Wir freuen uns auf eine schöne Dorfpride in Zeutern mit vielen lieben Menschen“, betont Vanessa Seidel, die ebenfalls im Orga-Team mit dabei ist. „Gemeinsam werden wir ein Zeichen für Vielfalt setzen.“
Warum die Dorfpride wichtig ist, erklärt Patrick Alberti: „Hass und Vorurteile gegen queere Menschen nehmen seit Jahren zu. Darum ist es dringend nötig, ein Zeichen für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt zu setzen.“
„Es gibt von rechtsextremer Seite gezielte Kampagnen gegen die Community und das führt leider auch verstärkt zu Gewalt“, ergänzt Sarah Kinzebach. „Diesem Hass stellen wir uns mit der Dorfpride entgegen und zeigen den Menschen vor Ort, dass sie nicht allein sind. Auf Beteiligung aus dem Ort freuen wir uns sehr“, so Kinzebach.
„Queer, antifaschistisch, feministisch und intersektional“ lauten die Grundwerte der Dorfpride. „Wir sind auch auf dem Land Teil einer demokratischen Gesellschaft und haben die gleichen Grundrechte, die uns das Grundgesetz seit 75 Jahren sichern soll. Dass es vor allem für Randgruppen und die Mehrzahl der Gesellschaft – Frauen – nicht so ist, zeigen uns die vielen Benachteiligungen und Diskriminierungen, denen wir täglich ausgesetzt sind. Wir setzen uns deswegen für eine Solidarität untereinander, Liebe und Respekt ein, die unsere unterschiedlichen Lebensgeschichten so mit sich bringen und fordern gleiche Rechte, die jahrzehntelang übergangen wurden. Auch auf dem Land!“, so Susanne Hun.
Es gibt im ländlichen Raum kaum Strukturen für queere Menschen. Darum fordert die Dorfpride zum Beispiel ein gezieltes Vorgehen gegen Gewalt an queeren Menschen. „Wir brauchen Beratungsstellen und Safer Spaces, also Treffpunkte und Orte für queere Menschen in jedem Dorf und in jeder Stadt“, so Hun, die sich nicht nur in der Dorfpride, sondern auch im Queeren Zentrum Mannheim für die Belange der Community einsetzt. Darüber hinaus fordert die Dorfpride die Einrichtung von queerer Jugendarbeit, sowie Weiterbildung und Sensibilisierung in Bezug auf queere Themen für Lehrkräfte, Beschäftige in der Verwaltung und andere relevante Stellen, um die Ungleichbehandlung von Queers überhaupt erst verstehen zu können und dann dementsprechend handeln zu können.
Und so lautet der Aufruf des Dorfpride Orga-Teams auch dieses Jahr wieder: „Lasst uns gemeinsam auf die Straße gehen! Loud, out and proud, solidarisch und unterstützend, alle gemeinsam für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt!“.
Hintergrund:
In Mannheim, Stuttgart, Frankfurt und vielen weiteren großen Städten in Deutschland sind Demonstrationen zum Christopher Street Day als fester queerpolitischer Akt und gemeinschaftliche Aktion etabliert. Doch queere Menschen leben nicht nur in Großstädten, sondern überall und einige wollen und können sich nicht in der nächstgrößeren Stadt niederlassen. Andere entscheiden sich gezielt dafür, in ihrem Heimat- oder Wunschheimatort zu bleiben. Denn dort ist ihr Lebensmittelpunkt, ihre Arbeit, ihre Familie, dort sind ihre Freunde. Die Idee der Dorfpride ist es, den Pride-Spirit jedes Jahr in ein anderes Dorf im Südwesten Deutschlands zu tragen. Das soll für die dort lebenden oder arbeitenden lsbtqia*-Menschen, für die Bevölkerung und die Vereine im jeweiligen Ort ein gemeinschaftliches, solidarisches und verbindendes Event werden, das zeigt: alle Menschen sollen sich in ihrer Heimat wohl fühlen.
Pressekontakt:
Sie erreichen das Dorfpride-Team für Rückfragen per E-Mail unter info@dorfpride.de.
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